Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Personen

Christine Teusch

* 11. Oktober 1888 Köln
† 24. Oktober 1968 Köln

Christine Teusch wächst in einer katholischen Kaufmannsfamilie in Köln auf und absolviert nach dem Lyzeum eine Ausbildung zur Lehrerin. Ab 1917 übernimmt sie als Leiterin der Kriegsamt-Nebenstelle für Frauenarbeit die Kontrolle der Arbeitsverhältnisse in den Rüstungsfabriken und die Verantwortung für die soziale Fürsorge für Arbeiterinnen in Essen.

Nach Einführung des Frauenwahlrechts wird Christine Teusch 1919 für die katholische Zentrumspartei in die verfassunggebende Deutsche Nationalversammlung gewählt und bleibt bis 1933 Reichstagsabgeordnete. Als Sozialpolitikerin engagiert sie sich unter anderem im Reichsausschuss der Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge, im katholischen Frauenverbandswesen und in der praktischen Sozialarbeit. Mit ihrer pazifistischen Grundüberzeugung will sie vor der Reichspräsidentenwahl 1925 die Wählerinnen von dem gemeinsamen Kandidaten der republikanischen Parteien überzeugen. In der „Illustrierten Reichsbanner- Zeitung“ wendet sie sich unter der Überschrift „Die Frau wählt republikanisch!“ an alle Leserinnen.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kehrt sie als Lehrerin in den Schuldienst zurück. Mehrfach wird sie von der Gestapo verhört und im Juni 1936 auf eigenen Wunsch in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Ab 1945 vertritt sie die CDU zunächst für zwei Jahre in der Kölner Stadtverordnetenversammlung und wird 1947 als Landtagsabgeordnete die erste Kultusministerin Nordrhein-Westfalens.

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